Münzen im Mittelalter
Der Umlauf von Münzen in Europa ging von der Spätantike bis ins frühe Mittelalter stark zurück. Größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen und der Tauschhandel stieg an.
Die wenigen Münzen die sich im Umlauf befanden, waren Kopien der römischen Vorbilder. Der Denar oder Pfennig war die überwiegend und ausschließlich geprägte Münze im fränkischen Reich.
Das ursprünglich königliche Münzrecht aus dem Heiligen römischen Reich weitete sich zunehmend auf geistliche und weltliche Würdenträger aus. Dadurch gab es unzählige Versionen des Pfennigs und der Silbergehalt in den Münzen wurde immer geringer.
Brakteaten waren die vorherrschende Münzsorte im fast gesamten deutschsprachigen Raum. Ausnahme bildete hier das Rheinland.
Brakteaten sind einseitig dünn geprägte silberne Pfennigmünzen. Auch hier setzte sich der Gewichtsverlust der alten Pfennige durch. Sie wurden von Zeit zu Zeit für ungültig erklärt und zurückgefordert. Dann wurden sie umgetauscht gegen weniger neuer Münzen. Der Wertverlust betrug bis zu 25 Prozent. Das war eine damals übliche Form der Steuererhebung.
Im Früh- und Hochmittelalter wurden Goldmünzen nur sehr selten geschlagen. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkt Goldprägungen ein, die in italienischen Handelsstädten entwickelt wurden. Münzen aus Gold waren in Frankreich und England weiter verbreitet und deutlich größer als im Deutschen Reich.
Im 13. Jahrhundert kam in Deutschland als große Silbermünze der Groschen auf. Als Münzbilder des Groschens wurden Fürsten des jeweiligen Territoriums geprägt, bzw mit dem Hammer geschlagen.
Das Jahr 1356 ist ein entscheidendes Datum im Recht des Prägens von Münzen. Der Kaiser erkannte mit dem Schriftstück „Die goldene Bulle“ das Münzrecht der Kurfürsten an. Von 1356 bis 1871 gab es in der Geschichte Deutschlands eine große Vielfalt an Münzen, da
viele Staaten ihr eigenes Geld erstellten.
