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Verkehrsregeln

Grundlegende Verkehrsregeln müssen sich bereits Kinder aneignen, um sicher zum Kindergarten oder zur Schule zu gelangen. Die Fahrradprüfung, die Grundschüler in der Regel in der vierten Jahrgangsstufe ablegen, verlangt bereits das Verstehen vom komplexeren Zusammenhängen, als vor dem Überqueren der Straße nach links und rechts zu sehen, oder bei einer roten Fußgängerampel stehen zu bleiben. Jetzt geht es vor allem darum, bereits in Vorbereitung auf den Führerschein für Kraftfahrzeuge, sich selbst als aktiven Verkehrsteilnehmer wahrzunehmen, der mit den anderen interagiert. Bereits als Radfahrer greift man selbst maßgeblich ins Geschehen auf der Straße ein. Dadurch muss man außer der Gefahr, die Autos, Busse und Straßenbahnen für einen selbst darstellen, auch das eigene Gefahrenpotenzial für andere Verkehrsteilnehmer einschätzen lernen. Bereits im Kindesalter müssen die Schüler den Sinn von Verkehrsregeln begreifen: diese sollen alle am Straßenverkehr Beteiligten zur gegenseitigen Rücksichtnahme bewegen, sowie dazu beitragen, Störungen und Unfälle zu vermeiden.
Trotz der frühen Konfrontation mit der Bedeutung von Ampelsignalen, Straßenschildern und Rechts-vor-Links-Regel bleiben Verkehrsregeln für viele Menschen bis zur eigentlichen Führerscheinprüfung und darüber hinaus, ein Buch mit sieben Siegeln. Für dieses Unverständnis können keineswegs nur eine Links-Rechts-Schwäche oder Rot-Grün-Blindheit verantwortlich gemacht werden, das Problem ist vielmehr das völlige Desinteresse sowohl von Fahranfängern, als auch von Führerscheinroutiniers. Im Allgemeinen gilt im Bezug auf die korrekte Fahrweise das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“. Zwar gibt es viel Literatur zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr, ab ein großer Verkaufsschlager ist sie nicht.
Nicht zuletzt trägt auch die mangelhafte Prüfungskonzeption im Bereich der Theorie zu der weit verbreiteten Unwissenheit bei, denn bei den Lernbögen muss man sich im Prinzip nur die Reihenfolge der Kreuze für die richtigen Lösungen merken. Mit den tatsächlich gefragten Sachverhalten setzen sich daher nur wenige auseinander, ganz nach dem Motto „Das Kurzzeitgedächtnis wird’ s schon richten“. Daher werden derzeit neue, computergesteuerte Prüfungsverfahren getestet, bei denen das fotografische Einprägen von Kreuzchen nicht von Nutzen ist.