5-HTP als natürliche Hilfe gegen Depressionen und Migräne
5-HTP steht für Hydroxytryptophan und ist eine biochemische Wasserstoffverbindung (H für Hydrogenium), sprich Hydroxy-Form der Aminosäure TryptoPhan. Tryptophan zählt zu den essentiellen Aminosäuren des Menschen, aus denen der menschliche Stoffwechsel zahlreiche Hormone bildet. Biochemische Kettenreaktionen beim Syntheseprozess dieser Aminosäure führen zur Ausschüttung von Glücksbotenstoffen wie Serotonin. 5-HTP wird als Nahrungsergänzungsmittel aus den Samen der afrikanischen Pflanze Griffonia simplicifolia gewonnen. 5-HTP ist eine Aminosäure, die in Organismen bei der 5-HT-Synthese aus Tryptophan entsteht. Sie ist für die Bildung von 5-HT ein wichtiger Baustein ist. 5-HT (5-Hydroxytryptamin) ist ein Neurotransmitter, der auch unter dem Namen Serotonin bekannt ist und im Volksmund auch „das Glückshormon“ genannt wird.
5-HTP in der Medizin
In der medizinischen Forschung steht bei den meisten Untersuchungen vor allem die Einwirkung auf das ZNS im Vordergrund. Man fand bald heraus, dass es zwei Möglichkeiten gibt, einen zu niedrigen Serotonin-Spiegel positiv zu beeinflussen. Durch Zuführung der Aminosäure Tryptophan, oder über die Erhöhung der Serotoninverfügbarkeit in den Synapsen der Hirnzellen. Um die Verfügbarkeit zu erhöhrn wurden so genannte SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) entwickelt. Die anfänglichen Therapien auf der Basis von Tryptophan-Zugaben fanden 1988 ein jähes Ende, als wegen einer verunreinigten Lieferung eines Herstellers von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA die Herstellung und der Verkauf von Tryptophan verboten wurde. So wandte sich die Wissenschaft dem 5-HTP zu, das von den FDA-Verboten nicht betroffen ist. In der Praxis hat sich nun gezeigt, dass auf diese Art einem Serotoninmangel im Gehirn wesentlich besser entgegengewirkt werden kann, wie zahlreiche seriöse Studien inzwischen ausweisen.
5-HTP und Depressionen
In einer Studie wurde im Jahr 1991 an der in Basel an der Universitätsklinik der Vergleich zwischen 5-HTP-Zugaben und der herkömmlichen Behandlungsmethode mit SSRI getestet. Das Team bestand aus deutschen und Schweizer Wissenschaftlern. Bei den Probanden handelte es sich um Patienten mit diagnostizierter Depression. Sie wurden in zwei Gruppen geteilt. Die eine erhielt täglich 150 mg eines SSRI-Mittels, die andere Gruppe dreimal täglich 100 mg 5-HTP. Kontrolliert wurden die Patienten alle zwei Wochen. Am Ende der Studie stand fest, dass die mit 5-HTP behandelten Probanden einen höheren Verbesserungswert erreicht hatten. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen selten und wurden nur in den ersten Tagen der Behandlung registriert. Weitere nachfolgende Untersuchungen mit kleineren Patientengruppen haben gezeigt, dass eine Tagesmenge von 200 bis 500 mg, individuell auf den Patienten abgestimmt, gute Ergebnisse bringen kann.
5-HTP und Migräne
Italienische und spanische Wissenschaftler testeten in zwei Studien die Wirksamkeit von 5-HTP bei Migräneproblemen. In der italienischen Studie wurden 40 Probanden in zwei Gruppen mit einer Tagesmenge von 400 mg 5-HTP oder einem Placebo versehen. 90 Prozent der Teilnehmer verzeichneten nach Abschluss der Studie in der 5-HTP-Gruppe eine erhebliche Verbesserung ihres Schmerzzustandes, in der Placebo-Gruppe 16 Prozent.
In Spanien testeten die Wissenschaftler ob das altbekannte Migränemittel Methylsergid und 5-HTP ähnliche Ergebnisse bringen. Bei den 124 Probanden der beiden Untersuchungsgruppen zeigte sich bei mehr als 70 Prozent aller Beteiligten eine deutliche Verbesserung ihres Zustandes. In der 5-HTP-Gruppe waren es 75 Prozent, in der anderen 71 Prozent.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Neben- und Wechselwirkungen
Neben und Wechselwirkungen Im Rahmen aller bekannten Studien ebenfalls eingehend beobachtet. Es fiel auf, dass sich in den ersten Tagen einer regelmäßigen Einnahme von 5-HTP bei mehreren Patienten vermehrter Harn- und Stuhldrang auftrat. Dies lies aber meist nach wenigen Tagen wieder nach. Zu Übelkeit kam es bei solchen Patienten, die 5-HTP auf nüchternen Magen einnahmen und nicht genügend Flüssigkeit danach tranken. In einigen Fällen wurden zu hohe Serotoninspiegel gemessen. Es handelte sich hierbei aber um Probanden, die zusätzlich noch pflanzliche Mittel in hohen Dosierungen einnahmen. Vor allem Produkte mit Gingko-, Johanniskraut-, Avocado- oder Papaya-Extrakten können so einen Effekt hervorrufen.
Aussagen über Probleme bei Schwangeren, stillenden Müttern oder kleinen Kindern konnten nicht getroffen werden, da diese Gruppen grundsätzlich auf zusätzliche Einnahmen von Hormonen oder Hormonveränderern in jeder Form verzichten sollten.
