Forderung nach Gewichtsabnahme, nützt das was?
Unsere Ärzte, und inzwischen auch unsere Politiker sind mit viel Energie dabei, uns klar zu machen, dass wir zu dick sind und abnehmen sollen. Sie weisen uns auf die Risiken des Übergewichts und Gefahren für unsere Gesundheit hin, sie drohen uns mit frühem Tod und einem kollabierenden Gesundheitssystem.
Es stimmt, dass die Anzahl der dicken Menschen steigt. Und es stimmt auch, dass sie immer dicker werden. Aber nützen die Drohungen und Forderungen etwas, bewirken sie eine Gewichtsabnahme?
Auf der anderen Seite gibt es nämlich eine sehr große Zahl von Menschen, die gerne abnehmen möchten. Diese Menschen haben keinen Vorteil davon, dass man sie auf ihr Übergewicht hinweist oder von ihnen fordert, dass sie abnehmen sollen. Denn sie wollen ja schon von sich aus abnehmen. Wahrscheinlich ließe sich das Problem mit dem Übergewicht alleine dadurch lösen, dass alle die abnehmen, die das von sich aus gerne tun möchten.
Das Problem liegt also weniger darin, die Menschen von der Notwendigkeit des Abnehmens zu überzeugen, wie es mit so viel Elan getan wird. Das Problem liegt vielmehr darin, dass Menschen, die gerne abnehmen möchten, das offenbar nicht schaffen. Es fehlt also an funktionierenden Methoden, und vor allem an glaubhafter Information über tatsächlich wirksame Maßnahmen.
Denn Abnehmen ist keine Sache, die man mal eben nebenbei erledigen kann. Dauerhafte Gewichtsreduktion setzt, auch bei nur leichtem Übergewicht, eine Änderung der Lebensgewohnheiten voraus. Denn ohne diese Änderung wird sich nach jeder noch so guten Diät das alte Gewicht wieder einstellen. Und neue Lebensgewohnheiten werden wohl nur dann tatsächlich zu Gewohnheiten werden, wenn sie freiwillig aufgenommen wurden. Drohungen und Angst machen sind da schlechte Ratgeber.
