Prostatakrebs leichter aufspüren
Rund 1200 Österreicher sterben jedes Jahr an Prostatakrebs, europaweit werden jährlich zirka 225.000 Neuerkrankungen registriert. Viele Betroffene sterben, weil die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt wird: „Da Prostatakrebs im Frühstadium, wo eine Heilung prinzipiell möglich ist, keine Beschwerden macht, gestaltet sich die Diagnose schwierig”, sagt Univ.-Prof. Karl Pummer, Vorstand an der Grazer Uniklinik für Urologie.
An der dortigen Prostatakrebs-Ambulanz wird ab Juli ein genetischer Urintest angeboten, mit dem die Früherkennung deutlich verbessert werden soll: Mithilfe einer Harnprobe wird ermittelt, wie stark ausgeprägt das PCA3-Gen ist. Dies ist nur dann in erhöhtem Ausmaß der Fall, wenn Prostatakrebs vorliegt. Der PCA3-Messung wird mit einer herkömmlichen PSA-Untersuchung kombiniert, bei der im Blut des Patienten nach Tumor-Markern gesucht wird. Das Verfahren wird auch im Linzer Krankenhaus der Elisabethinen angeboten.
Bisherige Methoden der Prostata-Untersuchung (PSA-Test, Tastuntersuchung) haben nur eine beschränkte Aussagekraft. Viele Patienten müssen sich zur genauen Abklärung einer Biopsie mit all ihren Risiken und Kosten unterziehen. Dank dieses Testes könnte die Zahl unnötiger Gewebeentnahmen verringert werden, völlig ersetzen wird er die herkömmlichen Untersuchungen aber nicht.
