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Die militärische Bedeutung der Fahnen im Wandel der Zeit

Der Fahnenträger in den Kriegen früherer Jahrhunderte war in der Regel ein extra ausgesuchter und besonders tapferer Mann und Krieger. Ihm wurden Ehrenbezeugungen entgegengebracht, die sonst nur einem Vorgesetzten gegenüber zuteil wurden. Der Fähnrich, wie er zu jener Zeit genannt wurde, haftete mit seinem Leben für das symbolträchtige Tuch.

Ging die Fahne in der Schlacht verloren, bedeutete dies einen völligen Ehrverlust für die Truppe. Diese Entehrung wieder auszugleichen, bedurfte es besonderer und herausstechender Taten, die oft mit extrem wagemutigen oder sehr listenreichen Aktionen einhergingen. Seit jeher werden die Fahnen der Truppen von den Soldaten als Sinnbild der Treue und der Pflicht verstanden.

 

Noch während des Ersten Weltkrieges war es üblich, Fahnen noch mit ins Feld zu führen. Immer häufiger wurden sie jedoch in die Standorte der Truppen zurückgebracht, weil man langsam erkannte, dass sie in einer modernen Schlacht ihren Sinn verloren hatten. Die Wehr des deutschen Reichs hatte schon keine Fahnen mehr.

 

Während des Dritten Reichs wurden dann alle Truppenteile wieder mit diesen Symbolen ausgestattet und mit ins Feld geführt. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges verschwanden diese aber auch wieder.

 

In der Bundesrepublik Deutschland wurden bei der Bundeswehr erst Mitte der sechziger Jahre die Bataillone und Geschwader wieder mit Truppenfahnen versehen. Auf diesen war der Bundesadler abgebildet und an den Fahnenschaftspitzen das Eiserne Kreuz angebracht.

 

In der Regel führte das Vorweisen der weißen Fahnen bei einer Schlacht zur Unterbrechung der Kampfhandlungen und anschließend häufig zur Kapitulation der aufgebenden Seite. Sind weiße Fahnen mit einem roten Kreuz versehen, bedeutet dies, dass sich an diesem Standort ein Lazarett oder eine Sanitätsstation des Roten Kreuzes befindet.