Solaranlagen in Bayern
Bayern ist flächenmäßig das größte Bundesland in Deutschland und hat zu dem noch, vor allem im Vergleich zu den nördlicheren Bundesländern, eine sehr hohe Anzahl von Sonnenstunden. Von daher ist der Einsatz von Solaranlagen zur Erzeugung von Wärmeenergie für die Beheizung unserer Gebäude, hier besonders sinnvoll.
Dabei sind Solaranlagen nicht nur für die Erzeugung der primären Energie für die Heizung einsetzbar, die Wärmeversorgung von Schwimmbadanlagen, der Warmwasserbereitung und selbst, bei vorhanden sein von entsprechenden Heizflächen, wie Fussbodenheizung, Deckenheizung oder Wandheizung, die Kühlung des Gebäudes unter Einsatz einer Wärmepumpe.
Sicher der ein oder andere wird sich sagen, die Sonnenkollektoren auf dem schönen Naturdach aus Holzschindeln sind nicht gerade ein optischer Leckerbissen, für die Außenansicht meiner Immobilie. Trotzdem kann so der Einzelne auch einen Anteil an dem dringend erforderlichen Umweltschutz in Bayern beitragen und noch hat auch noch seinen eigenen Geldbeutel geschont und die Kosten für teures Öl oder Gas gespart. Hier liegt natürlich ein Problem das es immer noch gibt, damit die Solaranlagen sich mehr durchsetzen als bisher. Berücksichtigt man die Investitionskosten und die damit verbundenen Einsparungen sind Solaranlagen für die Heizung heute noch nicht wirtschaftlich. Nur durch die Förderung von Solaranlagen durch den Staat, ist ein wirtschaftlicher Betrieb möglich.
Wer jetzt denkt, er baut sich einige Quadratmeter Sonnenkollektoren auf sein Dach und muss sich danach nicht mehr darum sorgen, ob die fossilen Brennstoffe in den nächsten Jahren noch zu Verfügung stehen, der ist allerdings auf dem Holzweg. In unseren Breitengraden ist eine komplette Versorgung eines Gebäudes mit Wärmeenergie, ausschließlich über die Solarthermie nicht möglich. Bei optimal ausgelegten Solaranlagen ist es möglich bis zu 60% der Wärmeenergie für die Warmwasserbereitung zu erzeugen. Solaranlagen die für die Heizungsunterstützung ausgelegt sind schaffen maximal einen Anteil von 30% des Gesamtenergiebedarfs.
Das Problem ist relativ einfach dargestellt und auch für den Nichtfachmann leicht zu erkennen. Zum entspricht die Sonneneinstrahlung bei uns nur etwa der Hälfte der Sonneneinstrahlung, die wir in südlicheren Ländern, beispielsweise rund um das Mittelmeer vorfinden. Zum anderen steht die Wärme leider nicht dann zur Verfügung wenn wir sie eigentlich benötigen, nämlich im Winter oder in den Überganszeiten.
Damit man dieses Problem lösen kann wird ständig an der technischen Weiterentwicklung der Sonnenkollektoren und der technischen Komponenten der Solaranlage und deren Einbindung in die Heizungsanlagen gearbeitet. Während man sich früher hauptsächlich darauf beschränkte die Energie der Sonne zu nutzen wenn die Sonne auch wirklich zu sehen war und direkt auf die Solaranlage einstrahlte, geht man heute mehr und mehr dazu über in so genannten Low Flow Anlagen, auch den Anteil der verwendeten diffusen Sonneneinstrahlung zu erhöhen. Zudem setzt man Pufferspeicher oder Schichtspeicher ein, die die während des Tages aufgenommene Wärmeenergie speichern und in den Nacht oder Abendstunden wieder abgeben. Hierfür wurden spezielle Regeleinheiten entwickelt, die Pufferung, Pumpenlaufzeiten und die Hydraulik der Heizungsanlage regeln und steuern.
In der Pufferung der Wärmeenergie von Solaranlagen liegt eine Möglichkeit, ein wirklich autarkes Heizungssystem für unsere Gebäudewärmeversorgung zu schaffen, dass völlig ohne fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas auskommt.
Trotz der hohen Kosten für derartige Systeme, bei denen Solaranlagen und Erdwärmepupen ganzjährig für die Wärmeversorgung sorgen, sollte sich jeder Bauherr heute schon überlegen ob der Einsatz einer solchen Anlage unter dem Druck der sicher auch in den nächsten Jahren weiter steigenden Energiekosten für Öl und Gas nicht sinnvoll ist. Schon heute amortisieren sich diese Anlagen innerhalb von 10-15 Jahren, bei weiter steigenden Preisen wird sich das deutlich verkürzen.
