Weltkulturerbe entdecken
Orte, die aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften von der UNESCO zum Weltnatur- oder Kulturerbe erklärt werden, profitieren davon meist sehr. Wer mit einer UNESCO-Auszeichnung werben kann, wird schnell zum internationalen Besuchermagnet. Der Welterbestatus ist allerdings an bestimmte Voraussetzungen gebunden; werden diese aus irgendeinem Grund nicht mehr erfüllt, kann der Status auch ganz schnell wieder aberkannt werden. Aufs Spiel gesetzt wird er vor allem durch Baumaßnahmen, die den ursprünglichen Zustand von Natur oder Gebäuden schädigen.
Die Weltkulturerbestadt Dresden läuft momentan aufgrund des umstrittenen Bauprojektes der Elbschlösschenbrücke Gefahr, ihren Titel zu verlieren, denn die moderne Konstruktion könnte das malerische, historische Stadtbild verunstalten. Die Organisation der Vereinten Nationen bestätigte kürzlich offiziell die Aberkennung für den Fall dass das Projekt tatsächlich realisiert werden sollte.
Falls die Dresdner also demnächst dennoch den Bau beschließen sollten, oder ihn aufgrund der Rechtslage nicht mehr verhindern können, wird bald nichts mehr sein, wie es einmal war.
Zugegeben, die Sachsenmetropole an der Elbe hat schon weit schlimmere Schicksalsschläge hinnehmen müssen: im Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt verheerende Bombenangriffe mit zahlreichen Opfern und gravierenden Schäden an den wertvollen historischen Gebäuden. Auch die Hochwasserkatastrophe, die Dresden im Jahr 2002 heimsuchte, hinterließ Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe und zerstörte die Existenzgrundlage vieler Bürger. Dennoch könnte der Bau der neuen Brücke über die Elbe einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten, denn durch die Aberkennung des Welterbetitels werden zahlreiche Touristen abgeschreckt werden. Eine Städtereise nach Dresden wäre dann einfach nicht mehr das, was sie einmal war.
Über wirtschaftliche Einbußen klagen Dresdner Gastwirte bereits jetzt, auch wenn sie nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Nichtraucherschutz mit diesem Schicksal in Deutschland keineswegs allein dastehen. Seit Zigarette und Zigarre aus den meisten Lokalen verbannt wurden, bleiben viele Gäste, die in ihrer Stammkneipe von nun an nicht mehr uneingeschränkt am geliebten Glimmstängel ziehen können, aus. Doch ob mit oder ohne Rauchverbot und Elbschlösschenbrücke, Dresden wird so schnell nicht sein ganz besonderes Flair verlieren, ebensowenig wie seine Bewohner ihre gute Laune.
