Kajak mit Doppelpaddel fahren
Der Kajak wurde von den Inuit erfunden, die ihn benutzten, um auf dem Eismeer zu jagen. Heute ist er ein Sport- und Freizeitgerät, und von anspruchsvollen Expeditionsreisen in entlegene Winkel der Erde bis hin zum gemütlichen Familienausflug, von Wildwassertouren bis Küstenwandern erfüllt der Kajak verschiedenste Ansprüche. Und so wie sich auch die Verwendungen des Kajaks immer weiter diversifiziert haben, wurden auch immer mehr Kajak-Typen entwickelt. Für eine Wildwasserfahrt muss der Kajak sehr wendig sein. Die Doppelpaddel, mit denen er gefahren wird, ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Hindernisse. Durch die Verwendung der Doppelpaddel (neben einigen anderen Merkmalen) unterscheidet sich der Kajak wesentlich von einem anderern Typ des Paddelboots, dem Kanadier. Diesen paddelt man mit dem Stechpaddel. Das Stechpaddel liegt nur auf einer Seite des Bootes im Wasser, weshalb man, zumindest wenn man allein im Kanadier sitzt, Steuerschläge ausführen muss (zum Beispiel den J-Stroke) oder die nordamerikanische Natt-Technik anwendet, bei der man mit dem Stechpaddel die Seite wechselt. Für die NATT-Technik verwendet man zumeist besondere Paddel, die leicht abgeknickt sind. Für Anfänger ist sie leicht zu erlernen.
Die unterschiedlichen Paddel, Stechpaddel versus Doppelpaddel, sind auch einer der Günde dafür, warum man mit einem Kanadier Flüsse mit schwerem Wildwasser nicht befahren kann, im leichten Wildwasser sind Kajaks zumindest überlegen. Auch auf dem Meer ist der Kajak überlegen, wenn auch aus völlig anderen Gründen: ein Kajak ist weniger anfällig für Wind als ein Kanadier, weil Bug und Heck tiefer liegen. Der Wind hat somit weniger Angriffsfläche. Zu beachten ist, dass der Seekajak sich wesentlich vom Wildwasser-Kajak unterscheidet und dass man keinen Kajak finden wird, der für beides geeignet ist. Da aber auch Paddeltechniken, sonstige Fähigkeiten (auf dem Meer zum Beispiel Kompass lesen) und nicht zuletzt das “Feeling” der Touren im Wildwasser und im Meer sehr unterschiedlich sind, gibt es eher wenige Kanuten, die beides paddeln.




