William Gilbert und der Rugbyball
Den meisten Rugby-Spielern dürfte „Gilbert“ ein Begriff. Gilbert ist ein führender Hersteller für Rugby-Ausrüstung. Sicher wissen aber nicht alle, dass William Gilbert (1799-1877) neben Richard Lindon der erste Hersteller von Rugbybällen war. Beide Männer waren Schuster in der englischen Stadt Rugby (Warwickshire). Sie waren beide in der Nähe der Rugby School angesiedelt und belieferten diese mit Rugbybällen.
Die Rugbybälle bestanden aus vier aneinandergenähten Lederflächen. Im Inneren befand sich damals eine Schweineblase. Diese soll dem Rugbyball seine typische ovale Form gegeben haben, die er auch später, als keine Schweineblasen mehr verwendet wurden, beibehalten hat. Früher variierte die Größe noch von Ball zu Ball, da die Schweineblasen eine unterschiedliche Größe hatten. Das Aufblasen der Schweineblasen war damals, wie man sich vorstellen kann, kein begehrter Job. Die Frau von Richard Lindon soll durch das jahrelange Aufblasen an einer Lungenkrankheit gestorben sein.
Nachdem William Gilbert verstarb, übernahm sein Neffe James Gilbert (1831-1906) das Geschäft. Dieser war berühmt für sein großes Lungenvolumen, mit der er selbst sehr große Blasen prall mit Luft füllen konnte. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn James John Gilbert (1856-1917) das Geschäft. Dieser war nicht nur Hersteller von Rugbybällen, sondern war auch selber begeisterter Rugbyspieler. Sein Sohn James Gilbert trat, nachdem sein Vater verstorben war und er aus dem Krieg zurückgekehrt war, in dessen Fußstapfen. Ihm war es nicht zuletzt zu verdanken, dass der Gilbert-Rugbyball auch in die Rugby-Nationen Neuseeland, Südafrika und Australien exportiert wurde. James Gilbert war akribisch auf die gute Qualität des Balles bedacht.
1978 verkaufte die Familie Gilbert schließlich das Unternehmen, als es für sie durch die Konkurrenz durch andere Hersteller und neue Materialien zunehmend schwieriger wurde, sich auf dem Markt zu behaupten.




